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Betriebsaufnahme ist ein unnötiges Risiko

Das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat ENSI hat die Wiederinbetriebnahme von Beznau 1 nach über 1100 Tagen Stillstand genehmigt. Für die Schweizerische Vereinigung für Sonnenenergie SSES ist dieser Entscheid aus mehreren Gründen ein Schritt in die falsche Richtung.

Pressedienst

Volkswirtschaftlicher Unsinn

Seit langer Zeit sind die Stromtarife aufgrund eines grossen Überangebots von Bandstrom am Markt sehr tief. Eine zusätzliche Bandstromproduktion ist deshalb für die vom Volk beschlossene Energiewende kontraproduktiv. Die erhöhte Produktion wird zudem die Rentabilität der anderen Schweizer Kraftwerke weiter unter Druck setzen.

Betriebswirtschaftlich riskant

Beznau 1 steht seit knapp drei Jahren still, hat also schon einen Gutteil der kostspieligen Nachbetriebszeit (normalerweise 5 Jahre) hinter sich. Warum nicht noch zwei Jahre zuwarten und dann mit dem geordneten Rückbau beginnen? Und: sollte entgegen aller Versprechungen und Zusagen beim Betrieb doch eine Fehlfunktion auftreten – sei es auch nur ein kleinerer Fehler mit teilweiser, nuklearer Verseuchung des Reaktor-Containments – wäre die Axpo nicht in der Lage, diesen Schaden aus eigener Tasche zu bezahlen. Die Axpo, welche den Kantonen und damit dem Volk gehört, müsste durch die öffentliche Hand mit Steuergeldern gestützt werden, das Volk würde schlussendlich die Zeche bezahlen. Man kann sich fragen, ob die Schweizer Bevölkerung bereit ist, dieses Risiko zu tragen, vor dem Hintergrund, dass der Strom von Beznau 1 gar nicht mehr gebraucht wird.

Technisch riskant

Ein thermischer Schock im Falle der Notkühlung mit anschliessendem Bersten des Druckbehälters käme dem Super-GAU, das heisst einem nicht mehr beherrschbaren Unglücks, gleich. Dies ist unter allen Fachleuten unumstritten.

Die Schweiz hätte solch einen Super-Gau mit der notwendigen, schnellen Evakuierung von hunderttausenden Menschen nicht im Griff und würde in ihrer wirtschaftlichen Entwicklung in der Folge um Jahrzehnte zurückgeworfen. Auch wären all unsere landwirtschaftlichen Produkte während Jahrzehnten weder verzehrfähig noch exportierbar.

Die SSES fordert aus den genannten Gründen, Beznau 1 abgeschaltet zu lassen und geordnet rückzubauen. Die wäre sowohl volks- wie betriebswirtschaftlich, als auch unter dem Gesichtspunkt der Sicherheit die mit Abstand beste Lösung.