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VBZ setzen Elektrifizierungsstrategie fort

Die Verkehrsbetriebe Zürich (VBZ) testen ab Oktober 2016 einen elektrisch angetriebenen Bus auf Quartierbuslinien. Die Erkenntnisse aus dem zweijährigen Probebetrieb sollen die Grundlage für die geplante Serienbeschaffung bilden.

Die technologische Entwicklung von eBussen ist in den vergangenen Jahren stark fortgeschritten und wird von den VBZ aufmerksam beobachtet. Mit dem Einsatz auf Quartierbuslinien sollen die Praxistauglichkeit, die technischen Eigenschaften und die betrieblichen Auswirkungen elektrisch angetriebener Quartierbusse für Zürich getestet werden: «Aus dem Probebetrieb erwarten wir wichtige Erkenntnisse für die mittelfristige Ablösung der mit Diesel betriebenen VBZ-Quartierbusse. Ab Oktober verkehrt der gemietete eBus des Herstellers SOR auf unseren Quartierbuslinien», erklärt Christoph Rütimann, Vizedirektor/Leiter Technik VBZ. Der eBus wird auf den Linien 35, 38, 39, 40, 64, 73, 79 und 307 eingesetzt. Für den Betrieb des eBus beziehen die VBZ einen Strommix, der vollständig aus erneuerbaren Energien zusammengesetzt ist. Verläuft der Test positiv, möchten die VBZ bei der ab 2019 anstehenden Ersatzbeschaffung für die heute auf den Quartierbuslinien eingesetzten Klein- und Midibusse batteriebetriebene Fahrzeuge beschaffen.

Nachladung in der Garage

Die heute verkehrenden VBZ-Quartierbusse legen bis zu 300 km pro Tag zurück. Die verfügbare Speicherfähigkeit der Batterien heute verfügbarer eBusse reicht nicht für eine komplette Tagesleistung ohne Zwischenladung aus. Aus diesem Grund müssen eBusse während des Einsatzes, beispielsweise an Endhaltestellen, nachgeladen werden; dies erfordert eine spezielle Ladeinfrastruktur. Eine weitere Möglichkeit ist, Fahrzeuge mit geringem Batterieladestand im Tagesverlauf planmässig auszutauschen und in der Garage aufzuladen. Da Quartierbusse meist in weniger dichten Taktfolgen verkehren, verfolgen die VBZ eine Nachladung in der Garage. Dieser Ansatz bietet sich beim Quartierbus an, weil Streckenladestationen hier nur schwach ausgelastet wären.

«SwissTrolley plus»

Für die Erschliessung städtischer Entwicklungsgebiete setzen die VBZ auf die Entwicklung neuer, moderner Batterie-Trolleybusse. Mit dem vom Bundesamt für Energie unterstützten Leuchtturmprojekt «SwissTrolley plus» entsteht der Trolleybus der Zukunft: Während die heute eingesetzten Trolleybusse erst auf kurzen Teilstrecken ohne Fahrleitung verkehren, kann der zukünftige Hochleistungs- Trolleybus längere Abschnitte im Batteriemodus befahren.
Das Projekt «SwissTrolley plus» wurde von der Carrosserie Hess AG in Zusammenarbeit mit den VBZ lanciert. Die Partner ETH Zürich und Berner Fachhochschule nutzen das Projekt als Forschungsplattform für Untersuchungen in den Bereichen Steuerung und Optimierung sowie Batterietechnologie.