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Versorgungssicherheit mir erneuerbaren Energien erhöhen

Wenn wir nicht weiter von Stromimporten abhängig sein wollen, muss der Zubau von erneuerbaren Energien rasch erhöht werden. So lassen sich die neuesten Aussagen der ElCom zum Elektrizitätsverbrauch im vergangenen Winter deuten.

Pressedienst/Beat Kohler

In Europa war im Bezug auf dem Stromverbrauch insbesondere der kalte Januar nennenswert, wie die Eidgenössische Elektrizitätskommission ElCom in ihrem aktuellen Newsletter schreibt. Besonders in Frankreich sei die Situation angespannt gewesen, weil mehrere Kernkraftwerke nicht am Netz waren und der Stromverbrauch – da ein Grossteil der Haushalte elektrisch beheizt wird – in der Kältephase stark anstieg. Mit den höheren Temperaturen im Februar und der höheren Verfügbarkeit des französischen Kraftwerkparks habe sich die Situation entspannt. «In der Schweiz waren die Netz- und die Versorgungssituation während des ganzen Winters stabil», hält die ElCom fest. Dies trotz «historisch» tiefer Füllstände der Speicherseen und einer teilweisen Ausserbetriebnahmen der Atomkraftwerke Leibstadt und Beznau 1.

Mehr Zubauen

Mit Blick nach vorne sieht die ElCom im Zusammenhang mit der Importabhängigkeit grosse Herausforderungen auf die Schweizer Versorgungssicherheit zukommen. «Bleiben die Zubauraten der erneuerbaren Energien moderat, dürfte die Importabhängigkeit weiter zunehmen», schreibt die Kommission. Mit anderen Worten: Höhere Zubauraten bei den erneuerbaren Energien vermindert die Importabhängigkeit, auch wenn dies nicht explizit so geschrieben wird. So deutet es auch der Schweizer Windenergieverband Suisse Eole, der dadurch die Notwendigkeit der Energiestrategie 2050 bestätigt sieht. Die Windenergie spiele für die Versorgungssicherheit eine Schlüsselrolle, da sie zwei Drittel der Produktion im Winterhalbjahr liefert. In ihrer Analyse legt die ElCOm das Hauptaugenmerk aber auf andere Punkte. Sie erläutert, dass zu Minimierung der Importrisiken einerseits beim Netzausbau Fortschritte erzielt werden müssten. Andererseits sei zu betonen, dass eine hohe Importabhängigkeit auch eine entsprechende Exportbereitschaft
der Nachbarländer voraussetze.

Abhängigkeit gross

«Aufgrund der angespannten Lage in Europa, der reduzierten Verfügbarkeit von Grundlastkraftwerken in der Schweiz und der tiefen Füllstände war die Bedeutung der Importverfügbarkeit im Winter 2016/2017 hoch», hält die ElCom fest. Die Kommission habe deshalb die Arbeitsgruppe Winter – die im Nachgang zum Stromengpass Winter 2015/2016 gegründet wurde – einberufen und die Netz- und Versorgungssituation mit allen beteiligten Akteuren erörtert. Die Arbeitsgruppe kam zum Schluss, dass die Verfügbarkeit des Schweizer Übertragungsnetze deutlich höher war als im Winter 2015/16. Dies unter anderem, weil die Unterhaltsarbeiten zur Maximierung der Importkapazitäten teilweise vorgezogen oder verschoben wurden. Weiter seien zur Optimierung der Planungssicherheit der Versorger die notwendigen Reserven für die Erbringung von Regelleistung vorzeitig beschafft sowie Verträge zum Abruf von Redispatchenergie abgeschlossen worden. Die ElCom appelliert in ihrem Schreiben auch an die Verantwortung der Speichersee-Betreiber. Die Füllstände der Speicherseen und deren Bewirtschaftung liege in der Verantwortung der Marktakteure. Diese müssten im Rahmen ihres Risiko- und Bilanzmanagements auch Stressszenarien wie Importrestriktionen oder Produktionsausfälle berücksichtigen.