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Auf dem Weg zum intelligenten Stromnetz

Die Zahl der Elektrofahrzeuge und der Ladeinfrastruktur in der Stadt Zürich nehmen deutlich zu. Dies stellt eine Herausforderung für das Verteilnetz dar. In der Greencity bei Zürich-Wollishofen simulierte das ewz erstmals erfolgreich das aktive und automatische Ansteuern zum zeitweiligen Herunterregulieren der Leistung von Ladeinfrastrukturen.

Pressedienst/Redaktion

2019 gab es schweizweit rund 13’200 Neuzulassungen von reinen Elektroautos (+144 % zu Vorjahr). Auch bei den Ladestationen ist eine deutliche Zunahme zu verzeichnen. In Zürich sind aktuell 700 Ladeinfrastrukturen mit 1800 Ladestationen und einer installierten Leistung von 14 MW verbaut. Gleichzeitig werden die erneuerbaren Energien wie die Photovoltaik ausgebaut. Vermehrt stehen in den neuen dezentralen Strukturen auch Wärmepumpen im Einsatz. Diese Entwicklung stellt eine Herausforderung für das Verteilnetz dar, wie das ewz in einer Mitteilung schreibt. Aufgrund des Nutzerverhaltens werde von einer hohen Gleichzeitigkeit der Ladevorgänge für Elektrofahrzeuge ausgegangen, beispielsweise mit ähnlichen Ladezeiten in einem Quartier. In Kombination mit relativ hohen Ladeleistungen während mehrerer Stunden könne dies eine Überlastung insbesondere im Niederspannungsnetz zur Folge haben.

Erfolgreiche Ansteuerung von Ladeinfrastrukturen

Im Rahmen des Smart-Grid-Projekts des ewz in der Greencity bei Wollishofen würden verschiedene Smart-Grid-Ansätze erprobt. Durch den Anschluss der Trafostation an das ewz-eigene Glasfasernetz und dem Einbau von Messgeräten sowie dem Einsatz einer Monitoring- und Steuerungsplattform sei nun eine detaillierte Überwachung und Beurteilung des Netzzustands für das Mittel- und Niederspannungsnetz in diesem Gebiet möglich, schreibt das Unternehmen. Damit sollen drohende Engpässe im Netz erkannt und verhindert werden. Das Konzept sieht vor, dass in einem weiteren Schritt aus der Netzzustandsbeurteilung Steuersignale definiert und übermittelt werden, beispielsweise zur Reduktion der Ladeleistung von Ladestationen.

Im Herbst 2020 wurde dieses Konzept getestet, indem anhand von Messdaten aus der Trafostation ein Engpass im Netz simuliert wurde. Dieser wurde in der Monitoring- und Steuerungsplattform erkannt und in der Folge wurden automatisch die entsprechenden Steuersignale an die Ladeinfrastruktur in der Greencity-Tiefgarage übermittelt, was die gewünschte Reduktion der Ladeleistung zur Folge hatte. Die Erkenntnisse dieses erfolgreichen Tests werden nun in die weiteren Arbeiten rund um das Thema Smart Grid einfliessen.

Bereits heute setzt ewz mit attraktiven Netznutzungstarifen Anreize, dass Kundinnen und Kunden ihr Verhalten anpassen. Zudem gibt es Vereinbarungen, um während Spitzenlastzeiten, Wärmepumpen und weitere steuerbare Kundenanlagen kurzzeitig ohne Komforteinbusse kurzfristig abzuriegeln. Beides trägt dazu bei, um grosse Belastungen im Stromnetz zu vermeiden.