SubPagesTopPicture

Indien hat ein grosses Potenzial für Erneuerbare Energien

Foto: mecco.net

Ein Viertel Indiens Energie-Nachfrage kann mit erneuerbarer Energie gedeckt werden. Der Ausbau würde 12 Mal mehr sparen, als er kostet. Zu diesem Schluss kommt eine Studie der Internationalen Agentur für erneuerbare Energien (IRENA).

Pressedienst/Redaktion

Bis 2030 kann Indien einen Viertel seines Verbrauches durch erneuerbare Energieen decken. Zu diesem Schluss kommt ein Bericht, der heute von der Internationalen Agentur für erneuerbare Energien (IRENA) präsentiert wurde. Die Studie umreißt Handlungsfelder, die Indiens enorme erneuerbare Energiepotenzial freisetzen können. Damit kann Indien für saubere und nachhaltige Energie für die kommenden Generationen sorgen und seine Zusagen im Rahmen des Pariser Klimaabkommens erfüllen.

Gemäss IRENA wird Solarenergie dabei eine entscheidende Rolle spielen. Sie wird mit 16% die zweitgrößte Quelle erneuerbarer Energienutzung, gefolgt von Wind mit 14% und Wasserkraft mit 7% bis 2030. Biokraftstoffe, die beim Transport, der Stromerzeugung und Heizung genutzt werden können, würden 62% betragen. Das Land könnte bis 2030 seinen Anteil an erneuerbarer Energieerzeugung auf über ein Drittel erhöhen.

«Mit einem der weltweit größten und ehrgeizigsten Programme für erneuerbare Energien nimmt Indien eine führende Rolle bei der Energiewende ein, sowohl regional als auch global», sagte IRENA-Generaldirektorin Adnan Z. Amin. «Indien verfügt über eine Fülle von nachwachsenden Rohstoffen, vor allem für die Entwicklung von Solar- und Bioenergie, die dazu beitragen können, den wachsenden Energiebedarf zu decken, das Wirtschaftswachstum zu steigern und den Energiezugang zu verbessern und die Gesamtsicherheit zu erhöhen.»

Günstiger und besser

Gemäss der Studie kann Indien mit dem Umbau des Energiesystems Kosten sparen. Die Ersparnis für die Wirtschaft sei bis zu zwölf Mal höher, als die Ausbaukosten, schreibt die IRENA. Hinzu kommen die Schaffung von Arbeitsplätzen, die Reduktion der CO2-Emissionen und die Verbesserung von Luft- und Wasserqualität mit entsprechenden Ersparnissen bei den Gesundheitskosten. Darüber hinaus würden die im Bericht genannten Technologien die Nachfrage nach Kohle- und Ölprodukten zwischen 17 Prozent und 23 Prozent bis 2030 senken, verglichen mit einem Szenario, dass die heutige Energienutzung weiterführen würde.

Indiens Bevölkerung und Wirtschaftswachstum wird voraussichtlich die Zahl der Menschen in Städten von etwa 435 Millionen im Jahr 2015 auf 600 Millionen bis 2030 zu erhöhen. Schätzungen sagen zudem, dass 80 Millionen Haushalte – rund 300 Millionen Menschen – keinen oder begrenzten Zugang zu Elektrizität haben. Erneuerbare Energien können den Energiezugang für arme Gemeinschaften verbessern und die Energiesicherheit durch diversifizierte und weitgehend einheimische Versorgungsquellen stärken. «Die Ausgewogenheit von Wirtschaftswachstum und -entwicklung, Umweltschutz und Energiesicherheit ist in Indien eine echte Herausforderung, die durch die Erschließung erneuerbarer Energien in Angriff genommen werden kann», sagte Dolf Gielen, Direktor für Innovoation und Technologie bei IRENA.