SubPagesTopPicture

Erneuerbare Energien decken massiv weniger Stromverbrauch ab

Foto: Pixabay

Erneuerbare Energien haben in Deutschland rund 43% des Bruttostromverbrauchs in den ersten drei Quartalen 2021 gedeckt. Das zeigen vorläufige Berechnungen des Zentrums für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) und des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW). Im Vorjahreszeitraum lag der Anteil der Erneuerbaren Energien am Bruttostromverbrauch mit 48% deutlich höher.

Pressedienst/Redaktion

Der hohe Anteil an Erneuerbaren Energien im Jahr 2020 sei von einem ungewöhnlich windreichen ersten Quartal 2020 und einen durch die Corona-Einschränkungen deutlich niedrigeren Stromverbrauch geprägt gewesen, begründen ZSW und BDEW in einer Medienmitteilung den geringeren Anteil an erneuerbaren Energien.

Einen merklichen Rückgang hat es in den ersten drei Quartalen 2021 in Deutschland bei der Stromerzeugung aus Windenergie an Land gegeben. Denn das laufende Jahr war deutlich windärmer als das Vorjahr. Im Juni erzeugten Windenergieanlagen an Land lediglich 3,4 TWh Strom, das ist der niedrigste Monatswert seit August 2015. Im gleichen Monat gab es jedoch einen Höchstwert bei der Stromerzeugung aus Solarenergie. Viel Sonne und der kontinuierliche Ausbau von Photovoltaikanlagen haben im Juni dazu geführt, dass 7,8 TWh Strom durch Photovoltaikanlagen erzeugt wurden. Dies sind elf Prozent mehr als im bislang stärksten Monat, dem Juni 2019, mit sieben TWh. Im restlichen Jahr bewegte sich die Stromerzeugung aus Photovoltaikanlagen auf einem durchschnittlichen Niveau.

Mehr Tempo beim Erneuerbaren-Ausbau, insbesondere bei der Windenergie an Land, fordert Kerstin Andreae, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung, angesichts dieser Zahlen. Hemmnisse wie langwierige Planungs- und Genehmigungsverfahren, fehlende Flächen und uneinheitliche Regelungen im Artenschutz müssten dringend aus dem Weg geräumt werden. «Wir müssen auch bei der Stromeffizienz sehr viel schneller vorankommen», ergänztFrithjof Staiss, geschäftsführender Vorstand des ZSW: «Dies ist zwingend notwendig, weil der Strombedarf durch die neuen Stromanwendungen im Verkehr, auf dem Wärmemarkt und in der Industrie sowie für die Produktion von ‚grünem‘ Wasserstoff deutlich steigen wird.»

Die Erzeugungszahlen im Einzelnen

In den ersten drei Quartalen 2021 lag die Bruttostromerzeugung nach vorläufigen Berechnungen bei 426 TWh – ein Anstieg von 4% gegenüber dem Vorjahreszeitraum (Quartal 1-3 2020: 411 TWh). Insgesamt wurden knapp 178 TWh Strom aus Sonne, Wind und anderen regenerativen Quellen erzeugt (Quartal 1-3 2020: 191 TWh). Davon stammten gut 63 TWh aus Wind an Land, knapp 46 TWh aus Photovoltaik, knapp 37 TWh aus Biomasse, rund 16 TWh aus Wind auf See und knapp 16 TWh aus Wasserkraft. Aus konventionellen Energieträgern wurden knapp 249 TWh erzeugt. Im Vorjahreszeitraum waren es knapp 220 TWh.