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Europäischer Solarpreis für historisches Nullenergiehaus

Felix Partner Architektur hat ein 350 Jahre altes Bündner Bauernhaus in Latsch bei Bergün (GR) zu einem modernen Nullenergiebilanzhaus umgebaut. Photovoltaik, Sonnenkollektoren und eine Wärmepumpe mit fünf Erdsonden versorgen das Haus mit erneuerbarer Energie aus Sonne und Erdwärme. Für seinen nachhaltigen Lösungsansatz ist das Projekt am 2. Dezember mit dem europäischen Solarpreis ausgezeichnet worden.

Pressedienst

Sie stehen bei der Sanierung alter Gebäude oft im Widerspruch zueinander: der Erhalt historischer Substanz, zeitgemässe Architektur und ein minimaler Energieverbrauch. Das von Felix Partner Architektur erneuerte, 350 Jahre alten Bauernhaus in Latsch bei Bergün zeigt, dass sich die Anforderungen gekonnt miteinander verbinden lassen. Aus der teilweise zerfallenen Liegenschaft ist ein Gebäude mit zeitgemässem Wohnkomfort entstanden, das die Anforderungen eines modernen Nullenergiebilanzhauses erfüllt. Der
Sonnenergie kommt dabei die Hauptrolle zu. Dafür ist das Projekt am 2. Dezember mit dem europäischen Solarpreis ausgezeichnet worden – als einziges in der Schweiz und als eines von nur neun in Europa.

Dank der konsequenten Nutzung von Sonne und Erdwärme konnte partiell auf eine Dämmung verzichtet werden. So war es möglich, historisch wertvolle Bauteile, wie etwa die Fassade oder Verkleidungen aus Holz im Innern, zu erhalten. Durch die Nutzung erneuerbarer Energiequellen ist das Haus seit der Renovation ein veritables Kraftwerk. In die Dachflächen integriert sind 20 Quadratmeter Kollektoren sowie 130 Quadratmeter Photovoltaikpanels. Fünf bis zu 260 Meter tief in den felsigen Untergrund gebohrte Erdsonden dienen als Medium für eine Wärmepumpe mit 30 Kilowatt Leistung. Die auf dem Dach erzeugte Strommenge deckt übers Jahr hinweg den gesamten Bedarf von Bewohnern und Wärmepumpe. Mit den Kollektoren wiederum kann Warmwasser erzeugt und zusätzlich im Sommer über die Sonden Wärme ins Erdreich zurückgeführt und dort für den Winter gespeichert werden.

Für die Wärmeverteilung im Gebäude wurde ein innovatives Konzept erarbeitet, das möglichst wenige Eingriffe in die historische Gebäudesubstanz erforderte. So erwärmen Heizschlangen die Bodenplatte des Gebäudes (Bauteilaktivierung). Von dort steigt die warme Luft über Schlitze in den Böden nach oben in die Wohnräume. Punktuell ergänzen Wandheizungen und einzelne Heizkörper diese Grundheizung.