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Solarinnovationen in peripheren Gebieten

Genossenschaft Spiez Solar. Foto: Schweizer Solarpreis 2018

Das Zentrum für Regionalentwicklung der Universität Bern hat Mitte dieses Monats ein online-Inventar über soziale Innovation lanciert. Es soll Wissen als Entscheidungsgrundlage für die Regionalpolitik liefern. Die Solargenossenschaft SpiezSolar und eines ihrer Zusammenarbeitsprojekte mit einem örtlichen Hotel wurden darin aufgenommen. Solarinnovationen beweisen sich dadurch nicht bloss als technisch sondern auch als sozial zukunftsweisend.

Pressedienst/Redaktion

Die Berggebiete der Schweiz werden im Vergleich zu den Metropolen oft als zu wenig innovativ betrachtet. Dennoch entstehen in diesen Regionen innovative Ideen. Insbesondere für die Lösung spezifischer Probleme in Wirtschaft und Gesellschaft. Diese «Sozialen Innovationen» unterscheiden sich von Neuerungen in Produkten oder Technologien in ihrer neuen Form der individuellen oder organisationellen sozialen Zusammenarbeit. Damit versprechen sie positive Effekte für die regionale Entwicklung und die Lebensqualität. «In den Berggebieten entstehen durchaus innovative Ideen. Einerseits wird damit auf die Herausforderungen peripherer Regionen reagiert. Andererseits werden aber auch die Vorzüge dieser Räume in Wert gesetzt,» erklärt Heike Mayer, Professorin für Wirtschaftsgeographie an der Universität Bern.

Das Projekt

Das Inventar wurde im Rahmen eines vom Schweizerischen Nationalfonds finanzierten Projekts von den drei Doktorierenden Pascal Tschumi, Andrea Winiger und Samuel Wirth unter Leitung von Heike Mayer, Irmi Seidl und Monika Bandi-Tanner entwickelt. In einem nächsten Schritt werden die Sozialen Innovationen nach ihrer Entstehungsgeschichte untersucht und es werden Innovationsbiographien erstellt.

Inventar für soziale Innovation

Die Universität Bern hat nun das «Inventar Soziale Innovationen» lanciert. Auf der Webseite www.sozinno.unibe.ch wird eine Liste von innovativen Ideen beispielhaft aus dem Berner Oberland öffentlich zugänglich gemacht. Über 68 soziale Innovationen der vergangenen Jahre sind darin aufgeführt. Damit soll das Hilfsmittel Entscheidungsgrundlagen für die Regionalpolitik liefern und der Wissenschaft als Forschungsgrundlage dienen.

Solarinnovationen sind zukunftsweisend

Auch Solarinnovationen finden Eintrag in dem online-Inventar. Die Solargenossenschaft SpiezSolar wie auch ein geplantes Zusammenarbeitsprojekt mit dem örtlichen Strandhotel Seeblick Faulensee wurden mit aufgenommen. Darin wollen die zwei Akteure das Wärmepotenzial von Seen und Flüssen nutzen. Es sollen in einem Pilotprojekt mehrere Liegenschaften in einem Wärmeverbund mit Seewasser beheizt werden. Diese Methode der Seethermie wird schon an vielen anderen Standorten der Schweiz genutzt. Dazu wird Wasser, auch in kalten Jahreszeiten, aus dem See gepumpt, die Wärme entzogen und etwas kühler wieder in den See eingeleitet.

Dass die Solarenergie sich in den vergangenen Jahrzehnten als technische Innovation etabliert hat, ist unbezweifelt. Mit der Aufnahme in das online-Inventar zu sozialen Innovationen wird sie nun aber zusätzlich als sozial zukunftsweisend ausgezeichnet. Am 16. Mai findet im Rahmen der Tage der Sonne 2020 ein öffentlicher Informationsanlass über dieses Projekt statt.

www.spiezsolar.ch

www.seeblick.ch