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Testprojekt für die Zukunft bifazialer Module

Goldbeck Solar arbeitet kontinuierlich an großen Projekten wie etwa dem Power Plant Solarpark in Akadyr, wo bifaziale Module getestet werden.

Pressedienst/Redaktion

Bei der Erweiterung des Projektes im kasachischen Akadyr nutzte Goldbeck Solar die Gelegenheit, doppelseitige Module zu testen, wie das Unternehmen in einer Mitteilung schreibt. Kasachstan sei aufgrund seiner vegetativen und klimatischen Gegebenheiten ein beliebtes Land für Solarprojekte. Schon den Bau der ersten Anlage in Akadyr mit einer Leistung von 50 MW, welche 2019 gebaut und in Betrieb genommen wurde, führte Goldbeck Solar durch. Mit dem Zuschlag für den zweiten Bauabschnitt übernahm Goldbeck auch die Erweiterung des in der kasachischen Region Karaganda liegenden Solarkraftwerks um weitere 26 MW. Die Projekterweiterung fand im Juni 2020 ihren Abschluss, so dass die gesamte Anlage Akadyr nun über eine Leistung von insgesamt 76 MW verfügt. Dabei wurden für den zweiten Bauabschnitt die technischen Spezifikationen auf die Verwendung von Bifacial-Modulen optimiert. So soll im Laufe des nächsten Jahres den Wirkungsgrad der bifazialen Zellen getestet und daraus Informationen für die zukünftige Entwicklung der Technologie bereitgestellt werden.

Erfahrung fehlt

Bifaziale Solarzellen werden immer wieder getestet, um noch effizientere Solarmodule zu bekommen. Denn die doppelseitigen Module sollen das Licht sowohl auf der Vorder- als auch auf der Rückseite aufnehmen. Somit erhöht sich der Wirkungsgrad gleich auf mehrfache Weise. Zum einen können die bifazialen Zellen die direkte Sonneneinstrahlung vorne als auch die indirekte Strahlung auf der Rückseite vor diffus reflektierenden Hintergründen wie hellem Sand einfangen. Zum anderen kann bei stehenden Elementen die wandernde Solarstrahlung über den ganzen Tag hinweg genutzt werden.

Die Nachfrage nach bifazialen Zellen sei aber – vor allem in Europa – noch relativ dürftig, schreibt Goldbeck. Das liege daran, dass vielfach noch die Erfahrung mit dieser neuen Technologie fehle. Darüber hinaus habe sich die Fachwelt noch immer nicht auf genormte Daten und Prüfverfahren einigen können. Planer können sich daher fast nur auf die Prognosen von Herstellern bezüglich der Leistung stützen.

Höhere Vergleichbarkeit schaffen

Das Hirschberger Unternehmen verfolgt durch die Testanlage in Akadyr auch das Ziel, eine bessere Basis und eine höhere Vergleichbarkeit von bifazialen Solarzellen und Standardmodulen zu erreichen. So möchte Goldbeck schon jetzt die weitere Entwicklung in der Solarindustrie vorantreiben.

Im Rahmen des Akadyr-Projektes ergaben sich durch die Verwendung der bifazialen Solarzellen und dem Einbau von sechs Wechselrichtern mit 630 kVA aus elektrischer Sicht zwar keine Veränderungen bei der Konfiguration, allerdings unterschieden sich Winkel und Höhe der Unterkonstruktion durch die Ausrichtung auf die Bifacial-Module.

Durch die unterschiedlichen Neigungswinkel und Höhen soll in erster Linie beantwortet werden können, wie sich diese auf den Wirkungsgrad der Module auswirken und wo das Optimum liegt. Langfristig lassen sich so auch bessere Aussagen über die Leistung treffen, die bisher oft nur auf den Prognosen von Herstellern beruhen.

Durch die verschiedenen Unterbaukonfigurationen im Testbereich, die sowohl mit Standard- als auch mit bifazialen Modulen montiert sind, war es anschließend möglich einen direkten Leistungsvergleich durchzuführen. Auf diese Weise liess sich die genaue Verstärkung der bifazialen Zellen sowie die Auswirkung von Bodenfreiheit und Winkel auf den solarenergetischen Ertrag berechnen.