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Zwei europäische Solarpreise für die Schweiz

Foto: Schweizer Solarpreis 2022

Am 23. Februar 2023 gewannen ein 1974 erstelltes, frisch saniertes 7-Familienhaus in Fahrwangen/AG den Europäischen Solarpreis in Rom mit der von den Services industrielles de Genève (SIG) vorbildlich in die Flugschneise des Genfer Flughafens Cointrin installierten 0.9 MW Solaranlage «En Chardon».

Solaragentur/Redaktion

Was im aktuellen geopolitischen Umfeld von besonderer Relevanz ist und beeindruckt, ist die Leistung des 315% PlusEnergieBaus (PEB) in Fahrwangen im Winter. Die Minergie-P-Sanierung mit einer einfachen, ganzflächigen solaren Dach- und soweit nötig Fassadennutzung garantiert für 7 «Arbeiterwohnungen» eine 157% Winterstromversorgung. Der Gesamtenergiebedarf dieses Mehrfamilienhauses (MFH) während der kältesten drei Monate ist 80-mal tiefer als vor der Sanierung. Die Stromkosten betragen bei 20 Rp. /kWh noch 180 Fr. für die Mieter/innen statt 15’000 Fr. Die perfekt in die Gebäudehülle integrierte Photovoltaikanlage generiert zusammen mit den PV-Balkonbrüstungen jährlich 78’000 kWh. Daraus resultiert ein Solarstromüberschuss von 53’300 kWh pro Jahr. Damit können zusätzlich 35 E-Autos CO2-frei fahren und insgesamt mit dem sanierten MFH 132 Tonnen CO2-Emissionen vermeiden.

Weshalb sind PlusEnergieBauten relevant?

Die Schweiz weist im Energiebereich eine 75% Auslandsabhängigkeit auf. Von den 240 TWh Gesamtenergiebedarf sind ≈ 180 TWh fossil-nukleare Energien. Sie müssen laut Pariser Klimaabkommen und Volksabstimmung vom Mai 2017 bis 2050 reduziert und/oder substituiert werden (Netto-Null-Ziel). Der Gebäudesektor weist Energieverluste von rund 80% oder bis 90 TWh auf. «Nach draussen heizen, macht keinen Sinn» meint der Aargauer Regierungsrat Stephan Attiger. Mit PEB können die vom Bundesrat bestätigten 90 TWh Energieverluste reduziert, mit 67 TWh einheimischem Solarstrom die importierten fossil-nuklearen Energien ersetzt und das Pariser Klimaabkommen für alle Mieter-, Vermieter/innen und KMU realisiert werden. Gerade MFH wie das Beispiel aus Fahrwangen bergen viel brachliegendes Potential, da in der Schweiz Millionen Menschen in MFH wohnen.

Für den Solarpreis 2023 anmelden

Wer in die Fussstapfen dieses vorbildlichen Gebäudes treten möchte, hat noch bis zum 15. April 2023 Gele-genheit sich mit einem eigenen Projekt für den Schweizer Solarpreis 2023 anzumelden oder sein Umfeld zu ermuntern es zu tun. Das Gebäude in Fahrwangen ist nicht das erste, welches aufzeigte, dass in der Schweiz immer wieder Leuchtturmprojekte entstehen. Bereits in früheren Jahren gewannen mehrmals Schweizer Projekte den begehrten Europäischen Solarpreis.